Material bei Bademoden

Bademode für Damen, z.B. in den Ausführungen Bikini, Monokini, Tankini oder Badeanzug, zeigt sich aus verschiedenen Materialkombinationen. Es gibt daher nicht nur das eine spezielle Material, vielmehr erfordern die unterschiedlichen Ansprüche an Passform und Funktion besondere Materialzusammensetzungen.

Für jeden Anspruch das richtige Material

Betrachtet man sich die Entwicklung von Badeanzug, Bikini und den zahlreichen Sonderformen, dann dürfen wir uns heute über Materialien freuen, die dem Körper schmeicheln, ihm Bewegungsfreiheit gönnen und darüber hinaus noch zahlreiche weitere Funktionen erfüllen. Als die Damen vor einigen Jahrhunderten ins kühle Nass tauchten, trugen sie schwere Leinen- oder Baumwollkleider, synthetische Fasern wie Polyamid waren noch meilenweit entfernt. Ein extrem wichtiger Materialbaustein sind elastische und dehnbare Stoffe, die dem Grundmaterial anteilsmäßig beigefügt werden, denn diese verleihen der jeweiligen Bademode die Bewegungsflexibilität.

Heute hat Frau die große Wahl aus Materialmischungen, die den individuellen Ansprüchen gerecht werden. Hier ein Überblick über die bedeutenden Materialien für Badebekleidung.

Der unangefochtene Materialklassiker: Polyamid-Elasthan

Der Klassiker für Bikinis und Badeanzüge ist die Mischung Polyamid-Elasthan und zwar im Verhältnis 80% Polyamid, 20% Elasthan. Elasthan (EL) wird auch oft durch das Warenzeichen Lycra oder als Spandex definiert. Diese Materialkombination ermöglicht einen hohen Tragekomfort, sitzt wie eine zweite Haut und passt sich dem Körper perfekt an. Polyamid-Elasthan ist dazu noch sehr pflegeleicht und trocknet schnell. Polyamid (PA) wird im Handel auch als Nylon oder Perlon bezeichnet.

Das Anteilsverhältnis von Polyamid und Elasthan variiert jedoch entsprechend der gewünschten Eigenschaften der Badebekleidung. Dazu gehören Griffigkeit, Blickdichtigkeit, Tragekomfort, Figurformung und Hautfreundlichkeit.

Bademode aus Polyester-Elasthan: Langlebig und chlorresistent

Polyester (PES), auch als Trevira, Thermolite oder Diolen bekannt, ist die Steigerung von Polyamid, denn dieses synthetische Material ist extrem reiß- und scheuerfest und nimmt weniger Feuchtigkeit auf als beispielweise Polyamid. Auch die Chlorresistenz ist bei Polyester sehr hoch, weshalb sich Badeanzüge oder Bikinis aus dieser Faser sehr gut für Hallenschwimmerinnen eignen. Ein weiterer Vorteil von Polyester ist, dass verschiedene Stoff-Strukturen nachgeahmt werden können, was besonders bei Bademode im Vintage-Style von Bedeutung ist. Dem Polyester wird ebenfalls Elasthan hinzugefügt, um die optimale Passform von Bademode zu garantieren.

High-Tech-Polyester wird je nach Hersteller auch für die Bräunung durch Badeanzug oder Bikini hindurch verwendet. Erwähnt werden soll an dieser Stelle die Bademode für Damen des Herstellers Solar, aus einem feinporigen Spezialgewebe auf der Grundlage von Polyester/Elasthan, die mit Farben von hohen Kontrast bedruckt ist und das Markenzeichen "Tan Thru" trägt. Tan Thru Modelle stehen für die sanfte Durchbräunung bei gleichzeitiger Blickdichtigkeit.

Weitere Stoffe für die Herstellung von Bikini & Co

Microfaser, Jersey und Mesh zählen ebenfalls zu den Materialien, die Bestandteil oder Grundmaterial für Damenbademode sein können. Microfaser kennzeichnet sich durch eine extrem dünne Fadenstärke, die sogar noch unter der von Seide liegt. Microfaser ist sehr leicht, hochatmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und trocknet schnell. Microfaser-Stoffe werden aus synthetischen oder natürlichen Materialien hergestellt, häufig ist Polyamid die Grundlage.

Weicher und stretchiger Spezial-Jersey wird bei einigen Bademodeherstellern für die Produktion von sonnendurchlässigen Badeanzügen und Bikinis verwendet, die eine nahtlose Bräune versprechen.

Mesh dient als Einsatzstoff für Badeanzüge, auch beim Monokini lassen sich durch den netzartigen Stoff interessante optische Effekte zaubern. Mesh begünstigt das Plus an Frische, ist sehr atmungsaktiv und trocknet schnell. Im Sportmodebereich hat Mesh seinen festen Platz sowohl bei Funktionsbekleidung als auch Schuhen.

Last but not least soll noch auf Polyacryl und Wolle eingegangen werden, die besonders für Monokini Modelle, Bikinis und Badeanzüge im Retro-Look der Siebziger verwendet werden. Der synthetische Stoff Polyacryl ähnelt in seiner Struktur der Wolle, er ist sehr leicht und auch elastisch. Polyacryl wird auch der echten Wolle beigemischt. Bademode im Häkel- oder Stricklook, angelehnt an die Hippie-Ära, ist allerdings etwas für Frauen, die sich mit diesem Material anfreunden können. Wolle im Sommer und am Strand ist nicht jedermanns Sache, da auch die funktionalen Eigenschaften wie Trocknung, Luftdurchlässigkeit und Tragekomfort nicht den modernen Standards für Badebekleidung entsprechen.

Bademode-Materialien für Wassersport, Schwimmtraining, Aqua-Fitness

Während das Strandoutfit in Bikini und Co in erster Linie dem Tragekomfort und dem modischen Style gerecht werden soll, zeigen sich Schwimmanzüge oder Badeanzüge für Wassersportlerinnen und Schwimmerinnen weitaus anspruchsvoller im Hinblick auf die Funktionalität. Unterschieden wird bei den Materialien nach dem Einsatzzweck, z.B. Surfen, Segeln, Tauchen oder Hallenschwimmen, sowie nach den besonderen Eigenschaften, die das Material aufweisen muss.

Neopren ist für Schwimmanzüge, die in freien Gewässern, im offenen Meer sowie im Hallenbereich bei verschiedenen Wassersportarten getragen werden, das Material der ersten Wahl. Es ist windundurchlässig, speichert die Körperwärme und ist je nach Feuchtigkeitsaufnahme als Nass-, Halbtrocken- oder Trockenanzug für Damen erhältlich. Es handelt sich dabei entweder um einen Ganzkörperanzug oder einen so genannten "Shorty".

Offizielle Wettbewerbs-Schwimmanzüge müssen genau definierte Anforderungen erfüllen, zu denen u.a. wasserdurchlässiges Material und eine Materialstärke von maximal 0,8 mm zählen. Für Schwimmtraining und Wasserfitness empfehlen sich Badeanzüge aus Polyester-Elasthan, welche einen optimalen Halt sowie eine hohe Muskelkompression bieten und die Brust zusätzlich stützen.